MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die genetische Testfirma 23andMe steht vor einer ungewissen Zukunft, nachdem ein schwerwiegender Datenverstoß und finanzielle Schwierigkeiten das Unternehmen erschüttert haben.

Die genetische Testfirma 23andMe, bekannt für ihre DNA-Testkits, die Einblicke in die genetische Abstammung bieten, sieht sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Nach einem massiven Datenverstoß im Jahr 2023, bei dem die genetischen Daten von fast 7 Millionen Nutzern gestohlen wurden, und einem dramatischen Wertverlust von über 99 % seit dem Börsengang 2021, steht das Unternehmen nun vor der Insolvenz. Diese Entwicklungen werfen ernsthafte Fragen über die Zukunft der genetischen Daten von rund 15 Millionen Kunden auf.

23andMe, einst ein Pionier in der DNA-Testbranche, hat es nicht geschafft, profitabel zu werden. Der Rückgang des Verbraucherinteresses an den einmalig nutzbaren Testkits und das schleppende Wachstum der Abonnementdienste haben das Unternehmen stark belastet. Die Datenschutzverletzung hat das Vertrauen der Kunden weiter erschüttert, was zu einem Rechtsstreit führte, den das Unternehmen mit einer Zahlung von 30 Millionen US-Dollar beilegen musste.

Die Gründerin und CEO von 23andMe, Anne Wojcicki, erwog zunächst, das Unternehmen an Dritte zu verkaufen, zog diese Aussage jedoch zurück und plante stattdessen, das Unternehmen privat zu führen. Doch die Unsicherheit blieb, und alle unabhängigen Vorstandsmitglieder traten zurück. Nach der Insolvenz im März 2024 werden die Vermögenswerte des Unternehmens, einschließlich der umfangreichen DNA-Datenbanken, im Rahmen eines gerichtlich überwachten Verkaufs veräußert.

Die Frage, was mit den genetischen Daten der Kunden geschieht, ist von zentraler Bedeutung. 23andMe ist nicht durch das Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) abgedeckt, das den Schutz sensibler Gesundheitsinformationen regelt. Stattdessen ist das Unternehmen weitgehend an seine eigenen Datenschutzrichtlinien gebunden, die es jederzeit ändern kann. Dies bedeutet, dass die Daten der Kunden im Falle eines Verkaufs ebenfalls auf dem Tisch liegen könnten.

Datenschutzaktivisten fordern, dass 23andMe einem Verkauf an Unternehmen mit Verbindungen zu Strafverfolgungsbehörden widersteht, da die genetischen Daten der Kunden von der Polizei zur Beweissuche verwendet werden könnten. Das Unternehmen hat bisher alle Anfragen von US-Strafverfolgungsbehörden nach solchen Daten abgelehnt.

Angesichts der drohenden Insolvenz raten Experten den Kunden, proaktiv zu handeln und die Löschung ihrer Daten zu beantragen. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta betonte, dass Einwohner des Bundesstaates das Recht haben, die Löschung ihrer genetischen Daten zu verlangen. Die Löschung der Daten ist relativ einfach über das Konto von 23andMe möglich, jedoch behält sich das Unternehmen vor, bestimmte Daten aus rechtlichen Gründen weiterhin zu speichern.

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23andMe: Die Zukunft der genetischen Daten in der Schwebe
23andMe: Die Zukunft der genetischen Daten in der Schwebe (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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