MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Das deutsche KI-Startup KNIME hat kürzlich 30 Millionen US-Dollar an Investitionen erhalten, um seine Plattform zur Datenanalyse weiter auszubauen und Unternehmen weltweit zu unterstützen, datengesteuerte Entscheidungen zu treffen.
Trotz der zunehmenden Bedeutung von Daten in Unternehmen ist es oft eine Herausforderung, diese effektiv zu nutzen. Auch Unternehmen mit spezialisierten Teams für Datenanalyse kämpfen häufig damit, den vollen Nutzen aus ihren Daten zu ziehen. Laut einer aktuellen Umfrage von Gartner gaben weniger als die Hälfte der Daten- und Analyseleiter an, dass ihre Teams wertvolle Beiträge für das Unternehmen leisten können.
Michael Berthold, ein deutscher Informatiker und ehemaliger Professor an der Universität Konstanz, erkannte dieses Problem aus erster Hand. Während seiner Tätigkeit als Berater für verschiedene Unternehmen bemerkte er das Bedürfnis nach einer Plattform, die Unternehmen bei der Verarbeitung und Analyse ihrer Daten unterstützt. Zusammen mit seinen Kollegen Bernd Wiswedel und Thomas Gabriel gründete Berthold daraufhin das Unternehmen KNIME, dessen Open-Source-Plattform für Datenverarbeitung mittlerweile weltweit bekannt ist.
KNIME wurde ursprünglich als modular aufgebaute und hoch skalierbare Plattform konzipiert, die die einfache Integration verschiedener Datenverarbeitungs- und Analysemodule ermöglicht. Die Plattform richtet sich dabei nicht an ein spezifisches Anwendungsgebiet, sondern kann flexibel in unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden.
Heute nutzen über 400 Kunden die vollständig verwaltete Version von KNIME, darunter namhafte Unternehmen wie Audi, AMD, Lilly, Novartis, Bayer, Sanofi, Genentech, die FDA, P&G und Mercedes-Benz. Seit der Gründung im Jahr 2008 wächst der jährliche Umsatz von KNIME kontinuierlich um 30-40%, und beläuft sich mittlerweile auf etwa 30 Millionen Euro.
Die Software von KNIME basiert auf visuellen, No-Code-Workflows, die sich nahtlos in die vorhandenen Systeme eines Unternehmens integrieren lassen. Nutzer können mit KNIME Datenpipelines erstellen, um Daten zu transformieren, Berichte und Visualisierungen zu generieren oder verschiedene Datensätze miteinander zu vergleichen – unabhängig davon, wo die Daten gespeichert sind.
Mit dem KNIME Business Hub können Unternehmen ihre Datenworkflows automatisieren und implementieren, optional auch mit Governance- und Sicherheitsfunktionen. Darüber hinaus bietet der Hub eine Plattform, auf der Teams Workflows teilen und bearbeiten können, oder auf Workflows zugreifen, die von der KNIME-Community erstellt wurden.
Obwohl die Dienste von KNIME nicht günstig sind – Jahreslizenzen beginnen bei 39.900 US-Dollar für den Business Hub – sind Kunden bereit, in diese Lösung zu investieren. Diese Bereitschaft hat auch Investoren auf den Plan gerufen. Diese Woche kündigte KNIME an, dass Invus 30 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investiert hat, womit sich die insgesamt aufgebrachte Summe auf 50 Millionen US-Dollar erhöht. Die Mittel sollen in die Produktentwicklung fließen, die Erweiterung des Teams von 250 auf 275 Mitarbeiter bis Ende des Jahres unterstützen und die Kundenakquise in den USA, Europa, dem Nahen Osten und Afrika vorantreiben.
Im Wettbewerb mit anderen Anbietern von Datenanalyse-Tools wie Dataiku, Alteryx, IBM und SAS setzt KNIME auf innovative Funktionen wie den kürzlich eingeführten KI-Assistenten, der Nutzern den Einstieg erleichtert oder fortgeschrittene Funktionen zu bestehenden Datenprojekten hinzufügt. Berthold betonte auch, dass KNIME plant, sein Portfolio an Software-as-a-Service-Angeboten zu erweitern und dabei speziell kleine und mittelständische Unternehmen mit flexiblen Pay-as-you-go-Tarifen anzusprechen.
„KNIME stand 2024 kurz vor der Rentabilität, aber mit der zusätzlichen Investition haben wir uns entschieden, in den kommenden Jahren weiter zu investieren und zu wachsen“, sagte Berthold. „Wir haben eine Verlangsamung im Technologiesektor festgestellt, die sich in längeren Verkaufszyklen und schwierigeren Verhandlungen niederschlägt. In einigen Fällen wurden Budgets auf Eis gelegt, aber die Akzeptanz der Open-Source-Analytics-Plattform hat sich fortgesetzt, was KNIME für die Zukunft gut positioniert.“
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