MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Automobilindustrie steht vor einer großen Herausforderung: Ab 2025 gelten in der EU strengere CO₂-Grenzwerte, die die Hersteller dazu zwingen, ihre Flottenemissionen drastisch zu senken. Während einige Unternehmen bereits auf einem guten Weg sind, müssen andere noch erhebliche Anstrengungen unternehmen, um die neuen Vorgaben zu erfüllen.



Die EU hat für 2025 neue, strengere CO₂-Grenzwerte festgelegt, die die Automobilhersteller vor große Herausforderungen stellen. Der erlaubte Grenzwert für die durchschnittlichen CO₂-Emissionen der verkauften Neuwagen eines Herstellers in der EU sinkt von 119 auf 94 Gramm pro Kilometer. Diese Reduktion zwingt die Hersteller, ihre Strategien zur Emissionssenkung zu überdenken und anzupassen.

Ein zentraler Ansatz zur Einhaltung der neuen Grenzwerte ist der verstärkte Verkauf von Elektrofahrzeugen. Elektroautos werden mit null Gramm CO₂ in die Flottenbilanz eingerechnet, was sie zu einem effektiven Mittel zur Reduzierung der durchschnittlichen Emissionen macht. Hersteller wie Tesla, die ausschließlich Elektrofahrzeuge verkaufen, haben hier einen klaren Vorteil.

Ein weiteres Instrument zur Einhaltung der Grenzwerte ist das sogenannte Pooling. Hersteller können sich zusammenschließen, um ihre Flottenemissionen gemeinsam zu bilanzieren. Dies ermöglicht es Unternehmen, die Emissionen ihrer Flotten zu optimieren und potenzielle Strafzahlungen zu vermeiden. Tesla hat in Europa bisher keinen Pool gebildet, obwohl es in den USA bereits Einnahmen aus dem CO₂-Handel erzielt hat.

Die neuen Grenzwerte sind jedoch nicht für alle Hersteller gleich. Ein Gewichtsfaktor sorgt dafür, dass die Grenzwerte je nach Flottengewicht variieren. Dies hat in der Vergangenheit zu Nachlässen für Hersteller mit schweren Fahrzeugen geführt, doch nun kehrt sich dieser Effekt um. Hersteller mit einem hohen Anteil an schweren Elektrofahrzeugen können ihre durchschnittlichen Emissionen senken und so von den neuen Regelungen profitieren.

Einige Hersteller, wie BMW und Renault, haben bereits Maßnahmen ergriffen, um die neuen Vorgaben zu erfüllen. BMW setzt auf eine erfolgreiche Elektrifizierungsstrategie, bei der Elektroautos im Design den Verbrenner-Modellen ähneln. Renault erweitert sein Portfolio an Elektrofahrzeugen, um die Nachfrage zu bedienen und die Emissionen zu senken.

Andere Hersteller, wie Ford und Stellantis, stehen vor größeren Herausforderungen. Ford hat eine erhebliche Lücke bis zum 2025er-Ziel und könnte auf das Pooling mit Tesla angewiesen sein, um die Vorgaben zu erfüllen. Stellantis setzt sich für eine Flexibilisierung der Regelungen ein, um den Herstellern mehr Spielraum bei der Einhaltung der Grenzwerte zu geben.

Die kommenden Jahre werden entscheidend für die Automobilindustrie sein, da die Hersteller ihre Strategien anpassen müssen, um den neuen CO₂-Grenzwerten gerecht zu werden. Die Entwicklung und der Verkauf von Elektrofahrzeugen werden dabei eine zentrale Rolle spielen, während die Hersteller gleichzeitig innovative Lösungen zur Emissionssenkung entwickeln müssen.

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Autohersteller ringen um Einhaltung der neuen CO₂-Grenzwerte
Autohersteller ringen um Einhaltung der neuen CO₂-Grenzwerte (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)

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