LONDON / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie aus Wales liefert überraschende Erkenntnisse über die Gürtelrose-Impfung und deren potenziellen Schutz vor Demenz. Diese Entdeckung könnte die Art und Weise, wie wir altersbedingte kognitive Erkrankungen angehen, grundlegend verändern.
In einer bemerkenswerten Studie, die von der Stanford University geleitet wurde, haben Forscher herausgefunden, dass die Gürtelrose-Impfung das Risiko, an Demenz zu erkranken, um 20 % senken kann. Diese Entdeckung basiert auf einem einzigartigen natürlichen Experiment in Wales, das durch eine seltene politische Regelung ermöglicht wurde. Die Ergebnisse könnten weitreichende Auswirkungen auf die Prävention von Demenz haben, einer Krankheit, die weltweit über 55 Millionen Menschen betrifft.
Die Gürtelrose, verursacht durch das Varizella-Zoster-Virus, ist bekannt für ihre schmerzhaften Symptome. Nach einer überstandenen Windpockeninfektion bleibt das Virus im Körper und kann im Alter oder bei geschwächtem Immunsystem reaktiviert werden. Die Verbindung zwischen viralen Infektionen und Demenz ist ein aufkommendes Forschungsgebiet, das durch diese Studie neue Impulse erhält.
Ein zentrales Element der Studie war die Analyse der Gesundheitsdaten von über 280.000 älteren Erwachsenen in Wales. Die Forscher nutzten die spezifische Altersregelung der Impfkampagne, die eine Art natürliches Experiment darstellte. Personen, die am 1. September 2013 genau 79 Jahre alt waren, erhielten die Impfung, während diejenigen, die kurz davor oder danach 80 wurden, ausgeschlossen waren. Diese zufällige Altersgrenze ermöglichte es den Forschern, die Auswirkungen der Impfung auf das Demenzrisiko isoliert zu betrachten.
Die Ergebnisse waren beeindruckend: Personen, die die Impfung erhielten, hatten nicht nur ein um 37 % geringeres Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, sondern auch ein signifikant reduziertes Risiko für Demenz. Besonders auffällig war, dass der Schutz vor Demenz bei Frauen stärker ausgeprägt war als bei Männern, was auf geschlechtsspezifische Unterschiede im Immunsystem oder in der Entwicklung von Demenz hinweisen könnte.
Die Forscher untersuchten zahlreiche andere Faktoren, die das Demenzrisiko beeinflussen könnten, fanden jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den geimpften und nicht geimpften Gruppen. Diese robuste Analyse stärkt die Hypothese, dass die Impfung einen direkten Einfluss auf das Demenzrisiko hat.
Die Implikationen dieser Studie sind weitreichend. Sollte sich der Zusammenhang in weiteren Studien bestätigen, könnte die Gürtelrose-Impfung als kostengünstige und effektive Maßnahme zur Demenzprävention etabliert werden. Derzeit plant das Forscherteam, die Ergebnisse in anderen Ländern zu replizieren und strebt eine groß angelegte, randomisierte kontrollierte Studie an, um die kausalen Zusammenhänge weiter zu untersuchen.
Die Studie wurde in der renommierten Zeitschrift Nature veröffentlicht und erhielt Unterstützung von mehreren Forschungsinitiativen, darunter die Phil & Penny Knight Initiative for Brain Resilience und das National Institute on Aging. Diese Forschung könnte einen bedeutenden Schritt in Richtung einer besseren Prävention von Demenz darstellen und zeigt, wie bestehende Impfstoffe unerwartete gesundheitliche Vorteile bieten können.
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