TEHERAN / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Der jüngste Hacking-Skandal um die Bank Sepah, eine der ältesten und bedeutendsten Finanzinstitutionen Irans, hat mehr als nur ein katastrophales Versagen der Cybersicherheit offenbart. Er legt die Inkompetenz eines Regimes bloß, das Geheimhaltung und Kontrolle über das Wohl seiner Bürger stellt.
Am 26. März 2025 verkündete die Hackergruppe „Codebreakers“, dass sie die Systeme der Bank Sepah gehackt und über 12 Terabyte an Daten von 42 Millionen Kunden extrahiert habe, die sich über ein Jahrhundert erstrecken. Anstatt Fehler einzugestehen oder die Schwachstellen in ihrer Infrastruktur anzugehen, reagierte das klerikale Regime erwartungsgemäß defensiv und aggressiv.
Bank Sepah-Offizielle wiesen die Behauptungen der Hacker zunächst als „haltlos“ und „einen Versuch, öffentliche Unruhe zu stiften“ zurück. Doch als die Hacker sensible Informationen über Militärbeamte, darunter Hassan Polarak, veröffentlichten, musste die Bank den Vorfall widerwillig zugeben. Es folgte die übliche Taktik des Regimes: rechtliche Drohungen, Zensur und Versuche, den Skandal zu vertuschen, anstatt das Problem zu lösen.
Iranische staatsnahe Medien stellten den Hack vorhersehbar als Teil einer anti-regime Verschwörung dar. Ein Artikel von Khabar Fori beschrieb den Vorfall als eine „psychologische Operation, die darauf abzielt, den Ruf von Hassan Polarak, dem Leiter des Wiederaufbaus der Heiligen Schreine, zu diskreditieren.“ Die offiziellen Erklärungen behaupteten, dass viele der veröffentlichten Konten Organisationen gehörten und aus Bequemlichkeit unter persönlichen Namen registriert seien. Dieser plumpe Versuch der Ablenkung unterstreicht nur die verzweifelten Bemühungen des Regimes, die Folgen des Datenlecks einzudämmen.
Anstatt sich auf die Sicherung der sensiblen Informationen der Bürger zu konzentrieren, drohte die Bank Sepah mit rechtlichen Schritten gegen jeden, der die geleakten Daten verbreitet. „Jede Verbreitung angeblicher Informationen zu individuellen und institutionellen Konten, insbesondere solche, die militärische Einheiten betreffen, stellt eine Verletzung der Vertraulichkeitsprinzipien dar und wird rechtlich verfolgt“, hieß es in einer Erklärung der Bank.
Die dünn verschleierten Drohungen der Bank gegen Journalisten und Social-Media-Nutzer unterstreichen weiter den Instinkt des Regimes, diejenigen zu bestrafen, die seine Inkompetenz aufdecken, anstatt die systemischen Mängel anzugehen, die zu dem Vorfall führten. Kritiker argumentieren, dass dieser Ansatz typisch für die Besessenheit des klerikalen Regimes ist, Dissens zu unterdrücken, anstatt eigene Fehler einzugestehen.
Der Hashtag #بانک_سپه_غلط_کرد (#BankSepahMessedUp) trendete tagelang in den iranischen sozialen Medien, wobei Nutzer die Nachlässigkeit und mangelnde Verantwortlichkeit des Regimes verurteilten. Für viele ist der Skandal ein weiteres Symptom eines versagenden Systems, das seine Bürger nicht schützen kann, aber besessen davon ist, jegliche Form von Kritik zu unterdrücken.
Der Bank Sepah-Vorfall ist nur der jüngste in einer langen Reihe von Cybersicherheitskatastrophen für das iranische Regime. Von dem Hack der Tankstellen im Jahr 2021, der das Kraftstoffverteilungsnetz des Landes lahmlegte, bis zum Einbruch in die Systeme der Stadtverwaltung von Teheran im Jahr 2023 hat das Regime immer wieder seine Unfähigkeit gezeigt, kritische Infrastrukturen zu schützen.
Der Ansatz des klerikalen Regimes in solchen Krisen ist immer derselbe: Leugnen, Schuldverschiebung und die Weigerung, sich für die Interessen der Öffentlichkeit einzusetzen. Die iranische Bevölkerung lässt sich jedoch nicht mehr täuschen. Die Welle der Empörung, die den Bank Sepah-Skandal begleitete, ist ein Zeugnis für die zunehmende Frustration der Öffentlichkeit über ein Regime, das Geheimhaltung und Kontrolle über Kompetenz und Verantwortlichkeit stellt.
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