MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Während in China die Nachfrage nach Range-Extendern boomt, scheinen deutsche Automobilhersteller diesen Trend zu verpassen. Diese Technologie, die Elektromotoren mit Verbrennungsmotoren kombiniert, könnte die Automobilindustrie revolutionieren, doch deutsche Unternehmen zögern, sich darauf einzulassen.
In China erleben Range-Extender einen regelrechten Boom, während sie in Deutschland kaum bekannt sind. Diese Technologie kombiniert Elektromotoren mit kleinen Verbrennungsmotoren, die als Generatoren fungieren, um die Batterie aufzuladen, sobald deren Ladung zur Neige geht. Dies ermöglicht Reichweiten von über tausend Kilometern zu geringen Kosten. Trotz dieser Vorteile scheinen deutsche Autobauer wie Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW diesen Trend zu verpassen.
Die Technologieoffenheit, die in der deutschen Automobilindustrie propagiert wird, scheint hier an ihre Grenzen zu stoßen. Während die Hersteller auf eine Vielzahl von Antriebsarten setzen, um den Kunden die Wahl zu lassen, verpassen sie den Anschluss an den wachsenden Markt der Range-Extender. In China, dem größten Automobilmarkt der Welt, haben lokale Anbieter wie Li Auto die Vorherrschaft im Premium-SUV-Segment übernommen, was die deutschen Hersteller unter Druck setzt.
Li Auto konnte im vergangenen Jahr dank seiner Range-Extender-Technologie rund 493.000 Premium-SUVs in China verkaufen, was einem Vorsprung von 140.000 Fahrzeugen gegenüber BMW entspricht. Auch Mercedes und Audi liegen mit ihren Verkaufszahlen deutlich hinter den chinesischen Anbietern zurück. Diese Entwicklung zeigt, dass Range-Extender nicht nur eine Nischenanwendung sind, sondern eine ernstzunehmende Konkurrenz darstellen.
Die Kosten für einen Range-Extender sind in China vergleichsweise gering. Laut der Marktforschungsfirma Globaldata belaufen sich die Zusatzkosten auf nur etwa 385 Euro. Um ähnliche Reichweiten mit reinen Verbrennern oder Elektroautos zu erreichen, müssten chinesische Verbraucher deutlich mehr investieren. Diese wirtschaftlichen Vorteile könnten auch in Europa von Bedeutung sein, wenn sich die Technologie hier durchsetzt.
Einige internationale Hersteller wie Hyundai, Mazda, Ford und Stellantis haben bereits angekündigt, in das Geschäft mit Range-Extendern einzusteigen. Mazda hat mit dem MX30 bereits ein erstes Modell auf den Markt gebracht. Volkswagen plant, ab 2026 in China in diesen Markt einzusteigen, während Mercedes und BMW weiterhin auf ihr breites Angebot an Plug-in-Hybriden verweisen.
Die Zukunft der Range-Extender-Technologie in Europa hängt auch von politischen Entscheidungen ab. Sollte die neue Bundesregierung die E-Mobilität weiter fördern und dabei auch Range-Extender berücksichtigen, könnte dies den deutschen Herstellern einen Anreiz bieten, in diesen Markt einzusteigen. Der Erfolg von Li Auto und anderen chinesischen Anbietern zeigt, dass Range-Extender eine lukrative Nische darstellen, die auch in Europa an Bedeutung gewinnen könnte.
Insgesamt bleibt abzuwarten, ob deutsche Autobauer den Anschluss an diesen Trend finden werden. Die Technologie bietet nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern könnte auch einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen leisten. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Markt für Range-Extender in den kommenden Jahren entwickeln wird.
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