WASHINGTON / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten umfassenden Zölle könnten die Technologiebranche der USA grundlegend verändern. Experten warnen vor weitreichenden Auswirkungen auf den globalen Handel und die Wirtschaft.
Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle könnten die US-Technologiebranche grundlegend verändern. Experten, die den globalen Handel untersuchen, warnen vor weitreichenden Auswirkungen. Die Maßnahmen umfassen einen Mindestzoll von 10 Prozent auf alle Länder und hohe Einfuhrzölle auf wichtige Handelspartner wie Europa, China, Vietnam, Indien und Südkorea. Diese Ankündigung führte zu einem drastischen Rückgang der Aktienkurse, wobei Meta und NVIDIA um etwa 5 Prozent und Apple sowie Amazon um rund 6 Prozent fielen.
Die Auswirkungen dieser Zölle könnten jedoch weit über die unmittelbaren Marktreaktionen hinausgehen. Viele Ökonomen warnen, dass das Weiße Haus eine der größten Veränderungen im globalen Handel seit Jahrzehnten in Gang gesetzt hat. Dies könnte zu höheren Preisen für US-Verbraucher und einer verstärkten Inflation führen. Goldman Sachs erhöhte kürzlich die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession in den nächsten 12 Monaten auf 35 Prozent.
Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die Bereitschaft der Verbraucher, höhere Preise für amerikanische Waren zu zahlen. Tibor Besedes, ein Handelsexperte und Professor an der School of Economics des Georgia Institute of Technology, betont, dass es keine Beweise dafür gibt, dass dies jemals der Fall war. Er fügt hinzu, dass viele Amerikaner Trump gewählt haben, weil sie mit der Inflation unter der Biden-Administration unzufrieden waren, und er kann sich nicht vorstellen, dass sie mit potenziell steigenden Preisen jetzt zufrieden sein werden.
Einige der neuen länderspezifischen Zölle, wie die auf das Vereinigte Königreich, Chile und Brasilien, sind relativ niedrig. Andere, wie die auf China, Kambodscha, Vietnam, Taiwan, Indien und Thailand, sind deutlich höher und reichen von 26 Prozent bis 49 Prozent. Trump hat jedoch eine Ausnahme für eine entscheidende Kategorie von Technologieimporten gemacht: Halbleiter. Das bedeutet, dass US-Unternehmen wie NVIDIA, die fortschrittliche Chips von der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) in ihren KI-Grafikprozessoren verwenden, die 32-prozentigen Zölle auf Taiwan nicht zahlen müssen.
Innerhalb des Technologiesektors könnten Trumps Zölle den größten Schlag für den E-Commerce bedeuten. Online-Händler und Verbrauchermarken werden die Auswirkungen spüren, so Ian Bremmer, ein Politikwissenschaftler und Gründer der Beratungsfirma Eurasia Group. Zusätzlich zu den umfassenden Zöllen hat Trump eine Durchführungsverordnung unterzeichnet, die eine Handelslücke für Pakete aus China und Hongkong schließt, die es amerikanischen Verbrauchern ermöglicht, Waren im Wert von unter 800 US-Dollar zollfrei zu importieren.
Bekannt als die de minimis-Ausnahme, wurde sie von chinesischen Shopping-Giganten wie Shein und Temu genutzt, um Millionen von Paketen zollfrei in die USA zu senden und so die Preise ihrer Produkte für Amerikaner niedrig zu halten. Das Streichen dieser Maßnahme könnte auch Amazon negativ beeinflussen, das kürzlich eine Abteilung für erschwingliche Made-in-China-Produkte gestartet hat, die direkt mit Temu und Shein konkurriert.
Einige Technologieunternehmen, insbesondere solche, die bereits in Bereichen wie Logistik und Datenanalyse etabliert sind, könnten jedoch Chancen in Trumps Handelspolitik sehen. Fast unmittelbar nach der Ankündigung der Zölle veröffentlichte der Verteidigungsauftragnehmer Palantir einen Blogbeitrag, in dem er einen KI-Dienst bewarb, der eine Vielzahl von Datenquellen integriert, um Unternehmen dabei zu helfen, dass zollbezogene Entscheidungen den gesamten operativen Kontext berücksichtigen.
Jay Gerard, Leiter für Zoll und Logistik beim in Mexiko-Stadt ansässigen Technologie- und Logistik-Startup Nuvocargo, sagt, dass die Zölle die Nachfrage nach den Dienstleistungen seines Unternehmens erhöht haben. Nuvocargo fungiert als Frachtmakler zwischen Mexiko und den USA und verkauft Software, die Kunden hilft, ihre Waren über die US-Grenze zu bringen. Das Unternehmen prognostiziert nun einen Anstieg der Kundenaktivitäten für April, Mai und Juni und erwartet, dass die Zölle das Geschäft ankurbeln werden.
Dennoch war der vergangene Monat für Importeure und Spediteure chaotisch, sagt Gerard, was viele von ihnen in teure Warteschleifen versetzt hat. Anfang März verhängte Trump einen 25-prozentigen Zoll auf mexikanische und kanadische Importe, nur um ihn ein paar Tage später zurückzunehmen. Während dieser kurzen Zeit zahlte der Importeur die Gebühr, wenn ein Lastwagen die Grenze überquerte.
Nick Vyas, Gründungsdirektor des Randall R. Kendrick Global Supply Chain Institute an der USC’s Marshall School of Business, erkennt an, dass Zölle letztendlich eine Steuer sind, die an die Verbraucher weitergegeben wird. Er glaubt jedoch, dass Zölle, wenn sie strategisch umgesetzt werden, den USA langfristig zugutekommen könnten. In den letzten 30 Jahren hat sich das Land von einer Schöpfungsmentalität zu einer Konsummentalität entwickelt und ist dabei zunehmend auf einen wichtigen Knotenpunkt in der globalen Lieferkette angewiesen: China.
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