MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Autismus wird oft als eine männliche Domäne betrachtet, doch die Realität zeigt ein anderes Bild. Mädchen und Frauen mit Autismus werden häufig übersehen oder falsch diagnostiziert, was auf tief verwurzelte Vorurteile und unzureichende diagnostische Kriterien zurückzuführen ist.

Autismus wird traditionell als ein männliches Phänomen betrachtet, was dazu führt, dass Mädchen und Frauen oft nicht die richtige Diagnose erhalten. Studien zeigen, dass bis zu 80% der betroffenen Mädchen zunächst eine falsche Diagnose erhalten, wie etwa soziale Angststörung oder Essstörungen, bevor Autismus erkannt wird. Diese Diskrepanz ist auf diagnostische Kriterien zurückzuführen, die hauptsächlich auf männlichen Symptomen basieren.

Gina Rippon, eine Expertin für Gehirnbildgebung, hat in ihrem Buch “Off the Spectrum” die systematische Unterschätzung von Autismus bei Frauen und Mädchen untersucht. Sie fand heraus, dass fast 70% der Autismus-Studien nur Männer einbezogen oder nur sehr wenige Frauen berücksichtigten. Diese einseitige Forschung hat dazu geführt, dass weibliche Verhaltensmuster, wie das Maskieren von Schwierigkeiten, oft übersehen werden.

Ein weiteres Problem ist die Art und Weise, wie Autismus bei Mädchen und Jungen unterschiedlich zum Ausdruck kommt. Während Jungen eher dazu neigen, ihre Probleme durch auffälliges Verhalten zu zeigen, neigen Mädchen dazu, ihre Schwierigkeiten zu internalisieren und sich anzupassen. Diese Anpassung, oft als “Chamäleon-Verhalten” bezeichnet, führt dazu, dass ihre Probleme weniger offensichtlich sind.

Ein wichtiger Fortschritt in der Diagnostik ist die Berücksichtigung von sensorischer Sensibilität, die kürzlich in die diagnostischen Kriterien aufgenommen wurde. Diese Sensibilität, die bei Mädchen häufiger vorkommt, könnte helfen, Autismus bei ihnen besser zu erkennen. Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen, die diagnostischen Verfahren weiter zu verbessern und Vorurteile abzubauen.

Für viele Frauen bedeutet eine späte Diagnose von Autismus eine Mischung aus Erleichterung und Bedauern. Die Erkenntnis, dass ihre Erfahrungen einen Namen haben, kann befreiend sein, doch bleibt oft die Frage, wie ihr Leben anders verlaufen wäre, wenn sie früher gewusst hätten, warum sie sich anders fühlen.

Die Forschung zeigt, dass es entscheidend ist, die Perspektiven von Menschen mit Autismus in die wissenschaftliche Arbeit einzubeziehen. Partizipative Forschung, bei der Betroffene Teil des Forschungsteams sind, könnte helfen, die Diagnostik zu verbessern und die Bedürfnisse von Mädchen und Frauen mit Autismus besser zu verstehen.

Die Zukunft der Autismusforschung liegt in der Inklusivität und der Anerkennung, dass Autismus nicht nur Jungen betrifft. Die Welt beginnt, sich zu ändern, und es ist an der Zeit, dass auch Mädchen und Frauen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.


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Autismus bei Mädchen: Warum die Diagnose oft fehlschlägt
Autismus bei Mädchen: Warum die Diagnose oft fehlschlägt (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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