MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie untersucht die potenziellen Vorteile von Oxytocin-Nasenspray für Kinder mit Autismus, indem es die Reaktion auf Gesichter im Gehirn beeinflusst.
Die jüngste Forschung im Bereich der Autismusbehandlung hat einen vielversprechenden Ansatz hervorgebracht: Oxytocin-Nasenspray. Eine Studie, veröffentlicht in Molecular Autism, zeigt, dass eine vierwöchige Behandlung mit Oxytocin bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung die Gehirnaktivität in Regionen, die für die Verarbeitung von Gesichtern verantwortlich sind, verringert. Diese Reduktion könnte darauf hindeuten, dass Oxytocin Gesichter weniger überwältigend macht und somit soziale Ängste lindert.
Autismus-Spektrum-Störungen sind komplexe Entwicklungsstörungen, die oft mit Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion und Kommunikation einhergehen. Das Erkennen und Verstehen von Gesichtsausdrücken ist für viele Betroffene eine Herausforderung, die den sozialen Umgang erschwert. Bisher gibt es keine spezifischen Medikamente, die diese sozialen Kommunikationsschwierigkeiten gezielt adressieren.
Oxytocin, oft als ‘Kuschelhormon’ bezeichnet, ist bekannt für seine Rolle in sozialen Verhaltensweisen und kann einfach als Nasenspray verabreicht werden. Frühere Studien zu Oxytocin und der Gesichtserkennung lieferten gemischte Ergebnisse. Während einige Untersuchungen eine erhöhte Gehirnaktivität in den für die Gesichtserkennung zuständigen Bereichen zeigten, deuteten andere auf eine Reduktion hin, möglicherweise durch eine Verringerung des sozialen Stresses.
Die aktuelle Studie untersuchte die Auswirkungen einer wiederholten Oxytocin-Gabe über mehrere Wochen. Die Forscher rekrutierten schulpflichtige Kinder mit Autismus und eine Vergleichsgruppe ohne Autismus. Die Kinder mit Autismus erhielten entweder Oxytocin oder ein Placebo, ohne dass die Teilnehmer oder Forscher wussten, wer welches Präparat erhielt. Alle Kinder durchliefen funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT), um die Gehirnaktivität zu messen.
Interessanterweise zeigten die Ergebnisse, dass Kinder, die Oxytocin erhielten, nach der Behandlung eine verringerte Aktivität in mehreren Schlüsselregionen der Gesichtserkennung aufwiesen, darunter der linke superior temporale Sulcus und die linke inferior frontale Region. Diese Veränderungen wurden in der Placebogruppe nicht beobachtet.
Die Forscher vermuten, dass Oxytocin über einen längeren Zeitraum soziale Stressfaktoren reduzieren könnte, was zu einer entspannteren sozialen Interaktion führt. Diese Erkenntnisse könnten den Weg für neue therapeutische Ansätze ebnen, die auf die langfristige Anwendung von Oxytocin in Kombination mit sozialen Aufgaben oder Verhaltenstherapie setzen.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung, um die Unterschiede zwischen einmaliger und langfristiger Oxytocin-Gabe zu verstehen. Zukünftige Untersuchungen könnten die Kombination von Oxytocin mit positiven sozialen Aufgaben oder Therapien erforschen, um die Effekte besser zu evaluieren.
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