MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass das weit verbreitete ADHS-Medikament Methylphenidat, bekannt unter dem Markennamen Ritalin, zwar die Genauigkeit bei bestimmten Gedächtnisaufgaben verbessern kann, jedoch keine allgemeine kognitive Leistungssteigerung bei gesunden Erwachsenen bewirkt.
In der jüngsten Forschung, veröffentlicht in Human Psychopharmacology: Clinical and Experimental, wurde untersucht, ob eine niedrige Dosis von Methylphenidat, einem häufig verschriebenen Medikament zur Behandlung von ADHS, auch bei gesunden Erwachsenen kognitive Vorteile bieten kann. Die Ergebnisse zeigen, dass das Medikament die Genauigkeit bei numerischen Gedächtnisaufgaben verbessert, jedoch keine umfassende kognitive Verbesserung bewirkt.
Methylphenidat, ein Stimulans, das die Konzentration und Impulskontrolle durch die Erhöhung von Dopamin- und Noradrenalinspiegeln im Gehirn fördert, wird zunehmend auch von Menschen ohne ADHS, insbesondere von Studierenden, zur Leistungssteigerung eingesetzt. Diese sogenannte ‘Smart Drug’ hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen, was Fragen zur tatsächlichen Wirksamkeit bei gesunden Individuen aufwirft.
Die Studie, geleitet von Amie C. Hayley an der Swinburne University of Technology in Australien, untersuchte die Wirkung einer niedrigen Dosis von 10 mg Methylphenidat. In einem randomisierten, placebokontrollierten Crossover-Design nahmen 25 gesunde Erwachsene an der Studie teil. Jeder Teilnehmer erhielt sowohl das Medikament als auch ein Placebo in zwei separaten Sitzungen im Abstand von einer Woche.
Die Teilnehmer absolvierten eine Reihe von kognitiven Tests, die Reaktionszeit, Arbeitsgedächtnis und visuelle Aufmerksamkeit bewerteten. Zudem wurde Eye-Tracking-Technologie eingesetzt, um mögliche Veränderungen im visuellen Suchverhalten zu analysieren. Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer nach der Einnahme von Methylphenidat bei numerischen Gedächtnisaufgaben weniger Fehler machten und eine höhere Genauigkeit aufwiesen.
Allerdings zeigte das Medikament keine Verbesserung in anderen kognitiven Bereichen wie der Reaktionszeit, dem allgemeinen Arbeitsgedächtnis oder der Effizienz der visuellen Suche. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Wirkung von Methylphenidat bei niedriger Dosierung begrenzt und auf spezifische Aufgaben beschränkt ist.
Ein wesentlicher Kritikpunkt der Studie ist die geringe Teilnehmerzahl. Mit nur 25 Probanden könnten subtile kognitive Effekte von Methylphenidat unentdeckt geblieben sein. Zudem war die Stichprobe relativ homogen, bestehend aus jungen, gesunden Erwachsenen mit hohem Bildungsniveau, was ihre Grundleistung und Empfindlichkeit gegenüber dem Medikament beeinflusst haben könnte.
Trotz dieser Einschränkungen trägt die Studie zu einer wachsenden Anzahl von Forschungen bei, die darauf hindeuten, dass die kognitiven Vorteile von Stimulanzien möglicherweise überschätzt werden, insbesondere für Personen ohne ADHS.
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