RIAD / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Vor genau einem Jahrzehnt begann Saudi-Arabien eine militärische Intervention im Jemen, die ursprünglich als kurzer Einsatz geplant war, sich jedoch zu einem langwierigen Konflikt entwickelte.
Vor zehn Jahren startete Saudi-Arabien eine militärische Intervention im Jemen, die ursprünglich als kurzer und entscheidender Einsatz geplant war. Die saudische Führung versprach, eine Koalition von mehr als zehn Nationen gegen die Huthi-Rebellen zu führen, die die Kontrolle über die jemenitische Hauptstadt Sanaa übernommen hatten. Unterstützt von den USA, Großbritannien und anderen westlichen Staaten begann die saudische Koalition am 26. März 2015 mit Luftangriffen auf Huthi-kontrollierte Gebiete. Doch die anfängliche Erwartung eines schnellen Sieges wich bald der Realität eines langwierigen und kostspieligen Konflikts.
Die Gründe für die Intervention Saudi-Arabiens wandelten sich im Laufe der Zeit. Anfangs wurde sie als Reaktion auf einen Hilferuf des jemenitischen Präsidenten Hadi an die Golfstaaten und ihre internationalen Verbündeten dargestellt. Hadi forderte militärische Unterstützung, um die Huthi-Aggression zu stoppen. Doch mit der Zeit verschob sich der Fokus der Saudis darauf, den politischen Prozess im Jemen wiederherzustellen, was sich als schwieriger erwies als erwartet.
Ein zentraler Grund für die saudische Intervention war die Wahrnehmung der Huthis als iranische Stellvertreter, die eine Bedrohung für die regionale Dominanz Saudi-Arabiens darstellten. Obwohl die Huthis auf iranische Unterstützung angewiesen waren, war der Einfluss Teherans begrenzt. Lokale Faktoren wie Stammesrivalitäten und die Opposition der Huthis gegen die Zentralregierung spielten eine größere Rolle bei ihrem Aufstieg.
Die militärische Kampagne Saudi-Arabiens erzielte nur begrenzte Erfolge und wurde von strategischen und operativen Misserfolgen überschattet. Während es gelang, die territoriale Expansion der Huthi-Saleh-Allianz zu stoppen und einige Gebiete zurückzuerobern, blieb der Krieg eine humanitäre Katastrophe. Die Huthis behielten die Kontrolle über den Norden des Landes, während die international anerkannte Regierung Schwierigkeiten hatte, ihre Autorität durchzusetzen.
Die Intervention führte zu einer zunehmenden Fragmentierung des Jemen, da unterschiedliche Interessen innerhalb der Anti-Huthi-Koalition die Einheit schwächten. Insbesondere die Vereinigten Arabischen Emirate verfolgten eigene Ziele und unterstützten lokale Kräfte im Süden des Landes, was zu einer weiteren Zersplitterung führte.
In den letzten Jahren hat Saudi-Arabien seine Strategie im Jemen neu ausgerichtet. Ereignisse wie der Mord an Jamal Khashoggi und die Annäherung an den Iran führten zu einem Strategiewechsel von militärischer Konfrontation zu diplomatischer Deeskalation. Die politischen Kosten des Krieges überstiegen zunehmend die strategischen Vorteile, was Riad dazu veranlasste, nach einem Ausweg zu suchen.
Die politische Landschaft im Jemen bleibt komplex und von internen Konflikten geprägt. Die Huthis haben sich als regionale Akteure etabliert und ihre militärischen Fähigkeiten ausgebaut. Die Annäherung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran hat den Einfluss Teherans auf die Huthis verringert, was diesen mehr Autonomie verschafft hat.
Um den Konflikt im Jemen zu lösen, ist ein umfassender Ansatz erforderlich, der die Stärkung der international anerkannten Regierung und die Vereinigung ihrer Fraktionen umfasst. Nur so kann eine nachhaltige politische Lösung erreicht werden, die den Einfluss der Huthis verringert und die nationale Kohäsion wiederherstellt.
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