WASHINGTON / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Diskussion um die Regulierung von Stablecoins nimmt weiter Fahrt auf. Während die Krypto-Industrie auf klare Richtlinien drängt, äußert sich der ehemalige Vorsitzende der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), Timothy Massad, kritisch zum aktuellen Entwurf des STABLE Act.



Die Regulierungslandschaft für digitale Vermögenswerte steht vor einem Wendepunkt. In einer kürzlichen Anhörung des US-Repräsentantenhauses wurde die Dringlichkeit betont, klare Regeln für den Umgang mit Kryptowährungen zu schaffen. Vertreter der Branche, wie Jonathan Jachym von Kraken, fordern, dass der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) die Befugnis erteilt wird, den Spotmarkt für digitale Rohstoffe zu regulieren. Dies würde eine umfassendere Kontrolle über zentrale Vermittler und Sekundärmarkttransaktionen ermöglichen. Ji Hun Kim, Präsident des Crypto Council for Innovation, kritisierte die bisherige Vorgehensweise der Securities and Exchange Commission (SEC) unter Gary Gensler, die durch zahlreiche Durchsetzungsmaßnahmen, aber ohne klare Richtlinien geprägt war. Der STABLE Act, ein Gesetzesentwurf zur Regulierung von Stablecoins, steht ebenfalls im Fokus der Kritik. Timothy Massad, ehemaliger CFTC-Vorsitzender und derzeit Direktor des Digital Assets Policy Project an der Harvard University, bezeichnete Stablecoins als die bisher nützlichste Anwendung der Blockchain-Technologie. Dennoch sieht er im aktuellen Entwurf des STABLE Act erhebliche Mängel. Massad bemängelt, dass der Entwurf zu viel Spielraum für schwache staatliche Standards lässt und keinen ausreichenden Überprüfungsprozess bietet. Zudem fehlt eine klare Regelung für den Fall, dass ein Stablecoin-Emittent insolvent wird. Auch die Risiken von Finanzkriminalität und Sanktionsumgehung werden nicht ausreichend adressiert. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der STABLE Act wenig Einfluss auf große Akteure wie Tether haben könnte, da es an Durchsetzungsmechanismen und Strafen mangelt. Massad fordert, dass Regulierungsbehörden mehr Befugnisse und Ermessensspielräume erhalten, um auf die dynamische Entwicklung des Stablecoin-Marktes reagieren zu können. Der Marktwert von Stablecoins, darunter USDt von Tether und USD Coin von Circle, beläuft sich laut CoinMarketCap auf insgesamt 230 Milliarden US-Dollar. Die Debatte um die Regulierung dieser digitalen Vermögenswerte wird in den kommenden Monaten sicherlich weiter an Intensität gewinnen.

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Kritik an STABLE Act: Ehemaliger CFTC-Vorsitzender fordert stärkere Regulierung
Kritik an STABLE Act: Ehemaliger CFTC-Vorsitzender fordert stärkere Regulierung (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)

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