ROM / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Der italienische Bankensektor steht vor einer potenziellen Großfusion, die nicht nur die Finanzmärkte, sondern auch die Machtverhältnisse innerhalb der italienischen Finanzelite neu ordnen könnte.



Die traditionsreiche Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat ein Übernahmeangebot für die größere Investmentbank Mediobanca vorgelegt, das auf einem reinen Aktientausch basiert. Dieses Angebot, das zunächst auf wenig Begeisterung bei Marktbeobachtern stieß, könnte jedoch strategisch motiviert sein, insbesondere im Hinblick auf die Interessen einflussreicher italienischer Investoren.

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 8 Milliarden Euro sieht MPS in der Fusion mit der 13 Milliarden Euro schweren Mediobanca eine Chance zur Diversifizierung ihrer Geschäfte. Während MPS überwiegend im Retail- und Firmenkundengeschäft tätig ist, verfügt Mediobanca über Stärken im Investmentbanking und Wealth Management. Diese Kombination könnte beiden Banken helfen, ihre Marktposition zu stärken.

Dennoch bleibt das Potenzial für signifikante Wertsteigerungen begrenzt. MPS kalkuliert mit jährlichen Kosteneinsparungen und Finanzierungsvorteilen in Höhe von 400 Millionen Euro. Nach Steuern und bei einem Bewertungsmultiplikator von 7,5 könnte dies etwa 2 Milliarden Euro an zusätzlichem Unternehmenswert generieren. Hinzu kommt ein Steuervorteil durch Verlustvorträge, die schneller mit zukünftigen Gewinnen verrechnet werden könnten, was weitere 700 bis 800 Millionen Euro an Barwert ergibt.

Ein genauerer Blick auf die Aktionärsstruktur beider Banken offenbart eine tiefere Dimension des Deals. Der Bauunternehmer Francesco Gaetano Caltagirone und die Del Vecchio-Familienholding Delfin kontrollieren gemeinsam rund 15 Prozent der MPS-Anteile und 25 Prozent von Mediobanca. Beide Investoren halten zudem 17 Prozent am Versicherungskonzern Generali, während Mediobanca dort einen bedeutenden Einfluss mit einem Anteil von 13 Prozent ausübt.

Caltagirone und Delfin streben seit Jahren eine stärkere Kontrolle über Generali an. Ihr Versuch, 2022 ein neues Management einzusetzen, scheiterte ebenso wie ihr Vorstoß, die Führungsspitze von Mediobanca 2023 auszutauschen. Die Übernahmeofferte von MPS könnte somit ein weiterer Versuch sein, indirekt Einfluss auf Generali zu gewinnen.

Trotz dieser strategischen Überlegungen bleibt fraglich, ob der Deal erfolgreich sein wird. Der anfängliche Aufschlag von nur 5 Prozent auf den Mediobanca-Aktienkurs – ein für Übernahmen ungewöhnlich niedriger Wert – hat sich mittlerweile in einen Abschlag von 7 Prozent verwandelt, nachdem die Mediobanca-Aktie um 5 Prozent zulegte, während MPS am Freitagmorgen um 7 Prozent nachgab.

Unabhängig vom Ausgang der Übernahme wird Mediobanca nun unter Druck stehen, den Mehrwert einer eigenständigen Strategie zu kommunizieren – insbesondere hinsichtlich ihrer Beteiligung an Generali. Für internationale Investoren, die auf eine Konsolidierung im italienischen Bankensektor spekuliert haben, könnte die Entwicklung jedoch eine Enttäuschung sein.

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Strategische Übernahmepläne im italienischen Bankensektor
Strategische Übernahmepläne im italienischen Bankensektor (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)

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